Gian Brun - Wohnraum Initiative

 

Ich glaube, es liegt in der Natur des Menschens ein Produkt immer zum möglichst tiefsten Preis kaufen zu wollen. So wäre es wohl den meisten lieb, wenn man weniger für ihre Bleibe zahlen müssten. Genau dies verspricht die verlockende Initiative der Jungen Alternative und der JUSO, über welche wir am 21. Mai abstimmen. Schaut man jedoch etwas genauer hin, so sieht man: Diese Initiative schädigt den Wohnungsmarkt langfristig und der Steuerzahler würden die Zeche dafür bezahlen.
 

Die Wohnrauminitiative fordern kurz gefasst, dass der Kanton in den nächsten 20 Jahren dafür schaut, dass jede zweite neu gebaute Wohnungen bezahlbar vermietet wird. Bezahlbar bedeutet, dass kein Gewinn gemacht werden darf. Die einzigen Organisationen, welche sicherlich bereit wären, ohne  Gewinn Wohnraum zu schaffen, sind die Wohnbaugenossenschaften. So schlägt auch die Initiative mit ihren Massnahmen vor, die Wohnbaugenossenschaften mit zinslosen Darlehen oder dem zurverfügungstellen von Land indirekt zu subventionieren.

 
Da die Wohnbaugenossenschaften aber aus finanzieller Sicht nicht in der Lage sein werden, in den nächsten zwanzig Jahren 11’000 neue Wohnungen zu realisieren, und das Gesetzt trotzdem eingehalten werden müsste, würde am Schluss der Kanton ein grosser Teil der Wohnungen bauen.

Und wer zieht anschliessend in die vom Kanton indirekt subventionierten oder sogar selbst gebauten Wohnungen ein? Leider nicht Zuger, welche es sich momentan nicht mehr leisten können, sondern Ausserkantonale und Mieter, welche die Unterstützung des Staates nicht bräuchten. Dies zeigt eindrücklich eine Analyse der Überbauung Roost, wo die Stadt Zug preisgünstigen Wohnraum gebaut hat: Fast die Hälfte der Mieter sind von extern in die Stadt zugezogen und ein Drittel der Bewohner hat ein Bruttoeinkommen von mehr als 10’000 Franken pro Monat.

Ich bin keineswegs gegen bezahlbaren Wohnraum und habe grossen Respekt von der Arbeit der Wohnbaugenossenschaften. Ich finde den Diskurs über die Wohnraumsituation im Kanton sehr wertvoll und es ist enorm wichtig, dass alle Gesellschaftsschichten im Kanton Zug platz haben. Mit dieser Initiative würden aber einzig Wohnungen für Ausserkantonale und Wohlhabende auf Kosten des Zuger Steuerzahlers gebaut werden. Darum stimmen ich am 21. Mai entschlossen NEIN.

Gian Brun, Vizepräsident Jungfreisinnige Kanton Zug

 

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