Bedürfnisgerechte Raumplanung

Der Kanton Zug setzt gegenwärtig den Auftrag aus der 2014 in Kraft gesetzten Revision des eidgenössischen Raumplanungsgesetzes (RPG) um. Diese verpflichtet Kantone, ihren Richtplan innerhalb von fünf Jahren den neuen Anforderungen anzupassen. Bald hat sich der Kantonsrat mit der Überarbeitung der „Grundzüge der räumlichen Entwicklung“ zu befassen.
Der Kanton Zug versteht sich im Rahmen dieser Planungsanpassung als „Scharnier“ zwischen der Metropole Zürich, der Zentralschweiz und dem aargauischen Freiamt. Es soll ein mässiges Wachstum angestrebt werden, das sich auf das bestehende Siedlungsgebiet fokussiert. Das bedingt, dass der Verdichtung hohe Priorität eingeräumt wird. Hohen städtebaulichen Anforderungen soll genügt werden. Im Konzept des Kantons ist ein Wachstum der Bevölkerung von 122‘134 (Basis 2015) auf 148‘500 im Jahre 2040 festgehalten. Die Gemeinde Hünenberg soll von 8‘848 (Basis 2015) auf 10‘500 EinwohnerInnen im Jahre 2040 wachsen.
Im Vorfeld zur Vorlage haben verschiedene Workshops stattgefunden. Beigezogene Experten zeigten auf, dass ein klarer Trend Richtung Urbanisierung, mit Stärkung der Quartiere besteht.
Raumplanung ist eine höchst komplexe Aufgabe, müssen doch verschiedenste Interessen berücksichtigt werden. Oberste Ziele der Planung sind für mich jedoch der Erhalt der Lebensqualität für die Bevölkerung und die Schaffung von Voraussetzungen für ein qualitativ hochstehendes Wachstum mit hoher Wertschöpfung. Ein reines Wachstum in die Breite, welches die öffentlichen Finanzen und andere Ressourcen stark belastet, erachte ich als sinnlos.
Selbstverständlich ist es wichtig, dass wir mit der Ressource „Boden“ sorgsam umgehen und eine gewisse Verdichtung anstreben. Ich bin jedoch überzeugt, dass viele Leute im Kanton Zug die noch vorhandenen dörflichen Umgebungen, aufgewertet durch gute Dorfzentren, schätzen und keine Urbanisierung mit maximaler Verdichtung wollen. Die Politik hat auf solche Bedürfnisse Rücksicht zu nehmen.
Am besten sind den Bedürfnissen der Bevölkerung entsprechende Raumplanungskonzepte zu verwirklichen, wenn die Gemeinden auch in Zukunft stark in die Planung einbezogen bleiben. Die gemeindlichen Richtpläne sind hierzu ein geeignetes Instrument. In gewissen Gemeinden will man sicherlich die Urbanisierung vorantreiben, in anderen möchte man den dörflichen Charakter beibehalten. Ich selber möchte nicht in einem „Stadtkanton“ wohnen, da ich Hünenberg bewusst aufgrund seiner dörflichen Struktur als Wohnort ausgewählt habe.